Lebensraum Wallis ohne Grossraubtiere

Ein Teil des Vorstands an der GV vom 12. Mai 2016.
Ein Teil des Vorstands an der GV vom 12. Mai 2016.

An der gut besuchten ersten GV des Vereins Lebensbraum Wallis ohne Grossraubtiere informierte Präsident Georges Schnydrig über die Tätigkeiten im ersten Vereinsjahr. Er beschrieb die Aufgabenteilung zwischen den kantonalen Vereinen und dem Schweizer Verein. Er berichtet von den Bemühungen des Schweizer Vereins, mehr Klarheit über die Wolfspopulation zu erhalten, d.h. von einem unabhängigen Expertenteam Resultate aus den DNA-Analysen erstellen zu lassen. Mit viel Einsatz und konstanter Information der Bevölkerung geht es auf kleinen Schrittchen vorwärts. SN-Verbandspräsident Daniel Steiner überbrachte neueste Informationen zu Vorkommnissen in der Region Augstbord und dem nicht immer ganz sauberen Rollenspiel von Walliser Lohnempfängern in Zusammenhang mit der Gruppe Wolf Schweiz. Es bleibt zu hoffen, dass der Volksmund mit seiner Aussage "Nit lugg la, gewinnt" recht bekommt. Der Verein Lebensraum Wallis ohne Grossraubtiere hat überdies neu eine Webseite, auf welcher Interessierte auch den Newsletter abonnieren können.  

Ein Blick an die Reihen der zahlreichen Teilnehmenden.
Ein Blick an die Reihen der zahlreichen Teilnehmenden.

Auch Ständerat Beat Rieder sprach viel mehr von einem überlangen Marathon als von einem Sprint. Er erklärte den Anwesenden, was genau in der Berner Konvention steht, was das Schweizerische Strafgesetzbuch sagt, was Notstand bedeutet und wie sich der Notstand von Notwehr unterscheidet. Er warnt davor, die Selbsthilfe kopflos und ohne die notwendigen Vorbereitungen zu treffen.
Ständerat Rieder empfiehlt dem Verein ein fundiertes Rechtsgutachten zu erstellen und dieses dann auch zu vermitteln. Weiter empfiehlt er zusammen mit dem Kanton auch die Würden- und Bürdenträger wie etwa die Gemeindeverantwortlichen aufzuklären, was sie unternehmen können, um für die Sicherheit ihrer Bevölkerung das Beste zu tun. Er versichert der Versammlung überdies, dass sämtliche Walliser Parlamentarierinnen und Parlamentarier im National- und Ständerat zu 100% hinter dem Wallis und seiner Landwirtschaft als Grundlage für Tourismus und Gewerbe stehen. Bergler sind zäh - Gut zu wissen, dass das Wallis solche noch hat!
CVP Fraktionschef Philipp Matthias Bregy erklärt der Versammlung wie wichtig es ist, dass alle Walliserinnen und Walliser in Sachen Grossraubtiere zusammenstehen und der kürzlich lancierten Kantonalen Volksinitiative das nötige Gewicht und den nötigen Biss zu verleihen. Die Initianten sind auch bei Kollegen in anderen Schweizer Kantonen vorstellig geworden und hoffen, dass auch im Graubünden, oder in den Inner-, Zentral- und Ostschweizer Kantonen gleiche Initiativen lanciert werden.

Ständerat Beat Rieder weiss wovon er spricht. Der zähe Jurist kennt die Landwirtschaft nicht nur aus dem Bilderbuch.
Ständerat Beat Rieder weiss wovon er spricht. Der zähe Jurist kennt die Landwirtschaft nicht nur aus dem Bilderbuch.

Der am 28. April 2015 gegründete Verein Lebensraum Wallis ohne Grossraubtiere wird von Georges Schnydrig präsidiert.
Über 1000 Personen haben die Absicht erklärt, Mitglied zu werden. Über 300 Schäfer und Jäger und viel Politprominenz fanden am 28.April 2015 den Weg in die Mehrzweckhalle von Lalden. Der Tagespräsident Urs Juon konnte als Gemeindepräsident von Törbel gleich zu Beginn aus dem Vollen schöpfen, waren die Törbjer Schäfer doch mit der Präsenz des Augstbordwolfes im Sommer 2014 Direktbetroffene und Leidtragende wie viele andere Walliser Schäfer. Nicht weniger eindrücklich die Worte von Thomas Egger, der im Thema auch die Grundsatzfrage nach der künftigen Funktion der Berggebiete ortet. Für ihn geht es um nichts weniger als die Wahl, ob das Berggebiet künftig Naturreservat oder lebendiger Wirtschafts- und Lebensraum sein soll. Mit der an der Versammlung vorgeschlagenen Ergänzung in Art. 2 "Zweck": "der Jagd" genehmigten die Anwesenden die von Franz Ruppen vorgestellten Statuten des Vereins einstimmig.
Die Wahl des Vorstands mit Grand Reinhard, Susten; Gsponer Hans-Peter, Stalden; Kalbermatter Rolf, Törbel; Kiechler Gerhard, Münster; Ruppen Franz, Naters; Schnydrig Georges, Lalden; Seeberger Hans, Kippel und Steiner Daniel, Niedergesteln wurde mit einem herzlichen Applaus gewählt. Mit einem ebenso herzlichen Applaus wurde anschliessend Georges Schnydrig in das Amt des ersten Vereinspräsidenten gehievt. Vorläufig ohne Mitstreiter amtet Herbert Volken als Revisor. Mangels zweitem Kandidaten, bzw. Spontanmeldung aus den Reihen der Anwesenden erielt der Vorstand die Kompetenz in Eigenregie einen zweiten Revisor zu bestimmen. Viel Lob bekamen die eidgenössischen Parlamentarier, die sich unermüdlich in Bern für die Sache eingesetzt haben. Ständerat René Imoberdorf erklärte der Versammlung denn auch den aktuellen Stand der Bundespolitik in Sachen Kündigung der Berner Konvention und nötiger Revision des Jagdgesetzes.
In sympathischer Art überbrachte Helmi Plumb die Grussbotschaft der bereits bestehenden Bündner Vereinigung und schilderte eindrücklich die Vorkommnisse mit dem Bär M 13 und den Calanda Wölfen. Einen kräftigen Applaus erntete auch alt Staatsrat Willy Schnyder der den unsinnigen Schutz des Wolfes in Vergleich zum gelockerten Schutz menschlichen Lebens stellt.

Alle sind betroffen - Nur gemeinsam können wir etwas bewegen
Die Wiederansiedlung der Grossraubtiere in der Schweiz führt insbesondere in den Bergregionen zu einem zunehmenden Ärgernis und verunsichert die Bevölkerung. Die Bestrebungen der Politik zur Wiederansiedlung der Grossraubtiere erhöhen den Druck auf unsere Bergregionen weiter. Die Abwanderung wird beschleunigt und die Entvölkerung von ganzen Landstrichen und Seitentälern wird die Folge sein. Klein- und Grossviehhalter im Berg und Talgebiet werden aufgrund der ständigen Bedrohung und Angriffe der Grossraubtiere wie Wolf, Luchs und Bär ihren Betrieb aufgeben. Ein Grossteil der bis jetzt gepflegten Alpen und Wiesen werden verganden. Ein Stück Walliser Kultur verschwindet. Noch sind vor allem die Schäfer und Ziegenhalter am meisten betroffen sind. Dies wird sich mit der Rudelbildung ändern, auch Grossvieh und Pferde werden vermehrt von Wölfen angegriffen. Beispiele aus dem benachbarten Ausland gibt es genug. Ein Rückgang vom Wildbestand ist eine weitere Folge der Grossraubtiere. Die Jäger werden zu Waffenläufer und trauern den" alten Zeiten" nach. Auch der Tourismus wird diese Entwicklung zu spüren bekommen, jedoch ist es dann zu spät.

Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere

Am 9. März 2016 stellte sich der Ständerat gegen die Motion Rieder (Imoberdorf). Die Debatte geht aber weiter!

Der Vorstand des Lebensraums Schweiz ohne Grossraubtiere informierte am 3. März 2016 eine Delegation von National- und Ständeräten sowie verschiedene landwirtschaftliche Verbände über die Situation der Grossraubtiere in der Schweiz. Dabei wurden die Anwesenden über die Umsetzung des Austrittes aus der Berner Konvention sowie der Motion Rieder (Imoberdorf) über die ganzjährige Bejagbarkeit des Wolfes, welche am 9. März 2016 vom Ständerat behandelt wird, sensibilisiert. Der Lebensraum Schweiz ohne Grossraubtiere hat im Weiteren seine Kernthemen wie den Erhalt des ländlichen Wirtschafts- und Lebensraums der Schweiz, den Schutz der Bevölkerung, die Sicherung der Landwirtschaft, die Interessenkonflikte mit dem Tourismus sowie Kosten- und Rechtsfragen präsentiert. Die politischen Anträge sind deponiert. Der Verein erwartet die Umsetzung im Interesse und Respekt gegenüber den ländlichen Regionen. Die betroffenen Bevölkerungsgruppen zählen auf die Solidarität der Parlamentarier aus den urbanen Regionen.