Ein Ja zum Jagdgesetz und ein Doppel-Nein zur Wasser- und Pestizid-Initiative

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Genossenschaftspräsident Ulrich Kalbermatter heisst die Delegierten in Hohtenn willkommen

Sie leisteten ganze Arbeit, die neun Mitglieder der 54jährigen Schwarznasenschafzucht-Genossenschaft in Hohtenn. Im sehr gefällig dekorierten Saal liess es sich gut tagen und das anschliessende Mittagsmahl liess keine kulinarischen Wünsche offen. 2021 findet die Verbandsversammlung in Lalden statt.

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Beppino Beffa, der oberste Schweizer Schäfer überbrachte die Grüsse des Schweizer Schafzuchtverbands

Beffa freute sich, dass der Schweizer Schafzuchtverband sich wieder in ruhigen Gewässern befindet und dass die Energie wiederum auf die Verbandsgeschäfte konzentriert ist. Besonders erfreulich ist die Preisentwicklung in den ersten Wochen 2020. Bei den Lämmern gelten aktuell Super Preise und auch die Auen erfahren des öftern eine Überzahlung. Beffa will wieder mehr auf die Wirtschaftlichkeit der Schweizer Schafe setzen. Im Team herrscht eine kollegiale Stimmung, welche eine gute Arbeitsgrundlage bildet.

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Präsident Daniel Steiner und seine Vorstandskollegen führten souverän durch die Versammlung.

Daniel Steiner erwähnt in seinem Jahresbericht die 33 Maximumtiere am Widdermarkt 2019, bei dem nur ein Tier von der Zucht ausgeschlossen werden musste. Wegen Schnee und Frost im April und Mai begann die Alpung mit 2 Wochen Verspätung. Der heisse Juli und der niederschlagsreiche August liessen gute Ernten im Tal einfahren und bescherten gut genährte Alptiere im Herbst. Leider waren 2019 wiederum 205 Risse zu verzeichnen, davon 66 im Oberwallis. Die Wildhut wendete 4342 Stunden im Gelände auf und 1197 administrative Stunden. Dank guter Vorbereitung auch von Seiten des Verbands verlief die Einführung der TVD relativ geräuschlos. Steiner ist erfreut, dass die Wünsche der SN-Züchter bei der Revision des Rassenstandards mehrheitlich berücksichtigt wurden. Ein sehr hohes Zuchtniveau war auch bei der 31. SN-Ausstellung festzustellen. Für die Zukunft wünscht sich Steiner, dass die Gesellschaft der Schäferei, welche sich zusammen mit anderen Landwirtschaftssparten für die Pflege von Alpen und Weiden einsetzen, wiederum einen grösseren Stellenwert zugesteht und die Nebenerwerbslandwirtschaft weiterhin respektiert.

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Kein Züchter aber Liebhaber von Landwirtschaft von Landwirtschaft, Tradition, gepflegter Landschaft und Brauchtum

Im Berggebiet hat es keinen Platz für den Wolf und das Berggebiet will kein Naturreservat für die Städter sein. Darum ist es jetzt an der Zeit, die Grossraubtierpolitik zur entscheidenden Wende zu bringen. Der 17. Mai muss ein Ja für das revidierte Jagdgesetz bringen! Dank unermüdlichem Einsatz der Walliser Parlamentarier hat das Parlament ein Jagdgesetz verabschiedet, das den Bedürfnissen der Landwirtschaft weit entgegen kommt. Die Kantone erhalten viel mehr Kompetenzen als bisher. Das Bundesamt muss nur noch von den Entscheiden in Kenntnsi gesetzt werden. Eine Bestandesregulation ist möglich, auch ohne dass grosser Schaden entstehe oder zumutbare Herdenschutzmassnahmen ergriffen wurden. Die Wolfspopulation entwickelt sich rasant. Waren 2010 in der Schweiz 5 Wölfe festzustelle, sind es 2019 deren 70. In nur 2 Jahren hat sich die Zahl der Rudel vervierfacht. Wenn wir dieser Entwicklung mit dem neuen Jagdgesetz nicht Einhalt gebieten können, werden hier sehr rasch Zustände wie in Frankreich und Deutschland herrschen. Entscheidend ist ebenfalls die Tatsache, dass der Wolf auch im Jagdbanngebiet reguliert werden kann. Eine Sequenz die nur mit einer Stimme Differenz ins Gesetz gebracht werden konnte. Die Alpen sollen weiter bewirtschaftet werden können. 300'000 Franken für das kontrollierte Abbrennen von verwaldeten und verbuschten Flächen, wie dies 2019 in Zermatt gemacht wurde, ist ein Unsinn. Ruppen zerstreut auch die Angst, dass Bundesrat und Verwaltung die Herdenschutzmassnahmen dann auf dem Verordnungsweg wieder reinbringen wollen. Dagegen werden er und seine Kollegen wiederum mit aller Kraft ankämpfen. 
Es ist nun an jeder und jedem von uns die grosse Arbeit der Walliser Parlamentarier zu belohnen, indem wir alle mit einem Ja an die Urne gehen und unsere Nachbarn, Freunde und Bekannte überzeugen, dasselbe zu tun.  

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Sachlichkeit vor Emotionen

Thomas Egger hofft, dass er zum letzten Mal an einer Versammlung von Wolf und Jagdgesetz sprechen muss. Er erklärt warum die Kampagne weniger griffig daherkommen darf als er sich das gewünscht hätte. Bei einem Referendum zählt das Volksmehr, nicht das Ständemehr. 80% der Schweizer Bevölkerung sind Städter, die mit dem Leiden der Schafe niht eben viel anfangen können. Diese müssen mit sachlichen Argumenten für eine fortschrittliche Jagdgesetzgebung gewonnen werden. Egger gibt weiter zu bedenken dass es in der Schweiz mehr Frauen als Männer gibt. Die Frauen stimmen gerne zu Gunsten einer intakten Umwelt, sind mit agressiven Bildern und Slogans nicht zu motivieren. Vielmehr muss die Argumentation der Sicherheit in den Vordergrund gestellt. Im revidierten Jagdgesetz geht es nämlich um Sicherheit von Tieren, Landschaften und Menschen. Daurm ist der Schutz von Landshaften und Traditionen in den Vordergrund zu stellen. Es darf keine Diskussion "Wolf gegen Schaf" geben. Vielmehr muss mit dem verantwortungsvollen Umgang mit der Jagd argumentiert werden. Die Jagd geniesst im städtischen Umfeld ebenfalls Sympathien, nicht nur die Landwirtschaft. Das Schweizer Komitee ist mit Jagd Schweiz, dem Schweizer Bauernverband und der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für die Bergbevölkerung gut aufgestellt. David Clavadetscher, Urs Schneider und Thomas Egger bilden den Kopf. des Schweizer Ja-Komitees.  Überzeugungsarbeit muss in erster Linie in den Agglomerationsgürteln geleistet werden. Daneben sind in allen Kantonen mittlerweile Ja-Komitees gegründet worden. Diese müssen in den Kantonen zusätzlich mit eigenen Kampagnen überzeugen. Im Berggebiet dürfte es am wenigsten Überzeugungsarbeit benötigen, das darf uns aber nicht verleiten, die Hände in den Schoss zu legen. Dass die SP-Bundesrätin Simonetta Sommaruga die Vorlage vertreten muss, kann ein Vorteil sein. Leider zeigt der Tourismus Schweiz kein Interesse. Auf Kantonsebene wäre es umso wichtiger auch Tourismusvertreter gewinnen zu können. Das Schweizer Komitee will mit betroffenen Landwirten Emotionen in die Schweizer Stuben bringen. Gleichzeitig wird ein nationales Frauenkomitee unter der Leitung von SAB-Präsidentin Christine Bulliard-Marbach gegründet. 

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Mann der ersten Stunde mit gutem Bauchgefühl

Georges Schnydrig ist seit Auftauchen des Wolfs im Kampf um den Schutz der Kleintierzucht gegen die Grossraubtiere an vorderster Front dabei. Er war an der eidgenössichen Debatte als Informant und Drahtzieher im Hintergrund massgeblich beteiligt. Wenn er heute sagt, dass er ein gutes Bauchgefühl hat, das Jagdgesetz durchbringen zu können, dann glauben wir ihm noch so gerne! Aber wir alle müsen dafür noch etwas leisten. Das Walliser Komitee steht. Darin sind Vertrer aus den Regionen Goms, Mattertal und Leuk zu finden. Sämtliche Mitgliedorganisationen der Bauernvereinigung Oberwallis sind dabei, ebenfalls der Kantonale Jagdverband und der Verein Lebenfsraum Wallis ohne Grossraubtiere. Alle drei nationale Politiker Franz Ruppen, Beat Rieder und Philipp Mathias Bregy sind ebenfalls dabei. Mit der Zermatter Geeindepräsidentin hofft man auch eine Frau einer grossen Tourismusdestination gewinnen zu können. Auch im Wallis gibt es Städtchen, denen wir unsere Aufmerksamkeit widmen müssen. Auch bei uns herrscht nich eine einhellige Meinung vor. Aber wir gehören zu den Gebieten, welche das schweizerische Volksmehr mit einer grandiosen Stimmbeteiligung massgeblich beeinflussen können

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Moritz Schwery überbringt die Grüsse der Dienststelle für Landwirtschaft

Auch wenn wir das Jagdgesetz annehmen, braucht es leider immer noch den Herdenschutz, bedauert Moritz Schwery. Der Kanton hat den Herdenschutz neu organisiert, indem er mit Christine Cavalleraz für das Unterwallis und Horacio Beltran für das Oberwallis neu zwei Berater auf dem Feld finanziert. Moritz Schwery ist wiederum mit der Leitung des Herdenschutz beauftragt worden. Der Kanton will auch die Zusammenarbeit mit der Agroscope fördern. Sol sollen in Visp mehrere Versuche zu Gunsten der Kleinwiederkäuer und der Alpwirtschaft durchgeführt werden. Weiter hat der Staatsrat eine Arbeitsgruppe für die Förderung der einheimischen Rassen eingesetzt. 
Schwery informiert weiter, dass das Landwirtschaftszentrum 2020 sein 100järiges Bestehen feiert und dass vom 1. bis 3. Juli in Visp eine Interantionale Alpwirtschaftstagung durchgeführt wird.

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Philipp Shnyder und die Zahl 1600

Philipp Schnyder, der Gemeindepräsident von Steg-Hohtenn überbringt die Grüsse der Gemeinde. Die Zahl 1600 ist eng mit der Gemeinde verbunden. Die Gemeinde zählt genau 1600 Einwohner. Sie umfasst etwas weniger als 1600 Hektaren Boden und hat eine Pro-Kopf-Verschuldung von etwas mehr als 1600 Franken. Die 2009 fusionierten Gemeinden Steg und Hohtenn verfügen über rund 1000 Arbeitsplätze bei rund 900 Betrieben. Steg-Hohtenn kann das älteste noch in Betrieb befindliche Hallenbad sein eigen nennen. Es wird derzeit diskutiert, wie es weitergeführt wird, ein Schafbad wird es aber nicht, meint der Gemeindepräsident augenzwinkernd. Auch die älteste Rebe der Schweiz ist in Steg  beheimatet. Nicht nur, dass Schnyder den vielen Schafbauern in seiner Gemeinde es recht machen will, auch als Jäger wird er sich für das revidierte Jagdgesetz einsetzen, weil es den richtigen Weg für die Sicherheit von z.B. Wildbiologie, Zugvögelreservaten und Wildbrücken geht.  

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Das Schicksalsjahr 2020 endet nicht am 17. Mai, sagt Beat Imhof

Der Präsident der Bauernvereinigung Oberwallis bringt dem Jagdgesetz jede Sympathie entgegen und hat aber auch grossen Respekt vor den im Spätherbst zur Abstimmung gelangenden Trinkwasser- und Pestizid-Initiativen. Wenn eine dieser Initiativen durchkommt, wird die Schweizer Landwirtschaft grundlegend verändert und es wird rasch danach weit weniger Bauernbetriebe mehr geben als es jetzt in der Schweiz noch hat. Wir müssen also auch nach dem 17. Mai wachsam bleiben und bei der Bevölkerung für ein Doppel-Nein zu den Abstimmungen im November weibeln. 

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Vom Zuchterfolg verwöhnt

Die Zuchterfolge beim Weissen Alpenschaf sind dem sympathischen Präsidentn von Herzen zu gönnen und wir können gut verstehen, wenn er ins Schwärmen gerät, wenn er von "seinen" Züchtern erzält, die fast in der ganzen Schweiz die Titel abräumen. Sie bringen damit das Wallis ins Gespräch.
Schwery ist aber auch begeistert von den Schwarznasenschafen, auch wenn in seinem Stall noch keines steht. Er spricht aber von einer Augenweide, wenn er an die SN-Ausstellung oder den Widdermarkt denk und gratuliert den Genossenschaften für die tadellose Organisation der Herbstschauen, welche er den WAS-Züchtern als Vorbild empfohlen hat. Schwery lädt zum Bockmarkt am 28. März und zum Interkantonalen Ausstellungsmarkt vom 3.und 4. Oktober ein. Er verweist ebenfalls auf dei Schweizer Meisterschaft an der BEA, welche am 26. April stattfinden wird. 

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2020 ist der Zusammenhalt noch wichtiger

Auch der OZIV-Präsident betont, dass es im Schicksalsjahr 2020 noch wichtiger ist, zusammenzuhalten. Nur so können wir das Referendum gegen das Jagdgesetz und die Wasser- und Pestizid-Initiativen verhindern. Denn davon sind wir alle betroffen. Er appelliert an den Mut zu zeigen, was wir haben und was wir machen. Denn das wissen viele in der Schweiz gar nicht. Er lädt zum Bockmarkt vom 18. April in Naters ein. 

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Die Vorstandsmitteilungen unter Verschiedenes

Der Kantonstierarzt lässt mitteilen, dass er den Antrag gestellt hat, die Moderhinkesanierung auf die Jahre 2022/2023 zu verschieben und vorerst die TVD zu einem tadellos funktionierenden Instrument werden zu lassen. 
Der Kantonstierarzt hält an seiner Übergangslösung fest, dass die Tiere für den Widdermarkt und die Ausstellung in den Jahren 2020 und 2021 in Agate noch nicht abgemeldet werden müssen. Die Tiere müssen aber beide Ohrmarken tragen und ein korrektes Begleitdokument mitführen. 
Der SSZV konnte erreichen, dass die Auffuhr bei den Herbstschauen auch dann möglich ist, wenn ein Tier während der Sömmerung eine Marke verloren hat. Eine Marke muss jedoch vorhanden sind und die zweite Marke muss umgehend nachbestellt werden. Natürlich müssen beide Ohrmarken miteinander identisch ein, sonst müssen die Tiere von der Punktierung ausgeschlossen werden. 
Die Experten Richard Zeiter und Erwin Pfammatter haben auch beim Oberjurykurs vom 22. Februar 2020 die Schwarznasenzucht würdig vertreten. 
Der Präsident bittet, den Schauzeiten mehr Sorgfalt angedeiehen zu lassen. Die Experten können nicht an zwei Orten gleichzeitig punktieren. Kranke Tiere müssen überdies in einem separaten Gehege aufgeführt und punktiert werden. 
Über die Arbeitsgruppe zur Förderung der einheimischen Rassen hat Steiner bereits hinterlegt, dass die Lämmer über ein halbes Jahr als vollwertiges Schaf gezählt werden sollten. Ein halbjähriges Lamm frisst nicht weniger als eine Aue. Also wäre dies gerechtfertigt.